Im dritten Raum, pt. 1

In dem Zimmer standen Kommoden und Regale, die wenn sie nicht voll mit Büchern waren, mit lauter geschnitzten Holzfiguren bestückt waren, bei denen es sich um scheinbar wahllos zusammengestellte Schreckensgestalten aus Kulturen aller Erteile handelte. Einige der Ungeheuer waren ihm bekannt, andere hatte er noch nie gesehen: Bayrische Trolle neben afrikanischen Fruchtbarkeitsgöttern, Nachbildungen von gotischen Wasserspeiern neben ägyptischen Todesgöttern, Anubis neben Ammit, der Löwin mit dem Krokodilsmaul, in dem die unwürdig Verstorbenen einen zweiten, endgültigen Tod erfahren; dazischen einige Gorgonengestalten und die blutrünstige schwarze Kali – alles ein Gewirr aus Teufelsfratzen, missgestalteten und grotesken Körpern, aber auch von wohlgeformten Frauenleibern, Vogelschwingen, Vogelkrallen, verschlungenen Schlangenwesen. Pan war auch da. Und schließlich Luzifer. Schön war er und er hielt zwei Schalen in den Händen, aus denen die Flammen loderten, mit denen er uns erleuchten wollte.